1. Salon des Langues Tunis

Die 1. Messe für Sprache in Tunis stösst auf viel Interesse bei Studenten und Jugendlichen auf Jobsuche

1. Salon de Livre Tunis
1. Salon de Livre Tunis

Während zwei Tagen (18. + 19. Oktober) können sich Studenten und junge Menschen auf Arbeitssuche hier über Sprachangebote und kulturelle Austauschprogramme informieren. Gegen 40 Aussteller stellen an dieser Messe im Kongresshaus Tunis ihre Sprache-Programme und Institutionen vor. Darunter sind etablierte europäische Institute wie der British Council für Englisch oder das Cervantes Institut für Spanisch, das Institut Robert de Sorbon für Französisch. Weltweite Studenten Organisationen wie AIESEC sind hier, die Praktika an Universitäten und in Unternehmen vermitteln oder auch „Polyglot“ – ein Sprach-Club, den es seit kurzem auch in Tunis gibt und der auf informelle Weise Treffen in Restaurants organisiert, an denen man seine gewünschte Sprache mündlich üben und gleichzeitig Leute kennen lernen kann.

Auch Asien ist vertreten, Südkorea und Japan haben einen Stand, die afrikanische Staaten sind mit dem Verein „Afrikanische Praktikanten in Tunesien“ präsent, Brasilien mit einem Stand um für portugiesisch zu werben. Viele wissen hier nicht einmal, dass in Brasilien portugiesisch gesprochen wird und dass es eine der meist gesprochenen Sprachen der Welt ist, sagt die Portugiesisch-Lehrerin Sanny. Sie unterrichtet an der Bourguiba Schule in Tunis. Mit ihrer Präsenz hier an der 1. Messe für Sprache versucht sie das zu ändern.

Kleine Startups, die es erst seit ein paar Monaten oder einem Jahr gibt, präsentieren sich ebenfalls dem zahlreichen Publikum, darunter die Tunisian Association for International Cultural Exchange „Taice“ – eine junge Vereinigung, die mit Begegnungen zwischen Tunesiern und afrikanischen Expats gegen rassistische Vorurteile ankämpft und die von Studenten für Studenten gemacht wird. Oder „Carthagina“, die Rundgänge mit Experten zu kulturellen archäologischen Stätten in Tunis anbieten. Der Verein aus jungen Studenten ist hier um bekannter zu werden und sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen, sagt Emma Nizumi, die Präsidentin von Carthagina.

Schon um 10 Uhr morgens füllt sich die grosse Halle des Kongresshauses in Tunis. An den über 40 Ständen drängen sich kleine und grössere Gruppen von jungen Leuten. Die einen sind hier um sich einen Überblick über das Angebot zu verschaffen, um einfach mal zu entdecken, was es so alles an Sprach-Angeboten gibt. Andere haben schon ganz genaue Vorstellungen und informieren sich zum Beispiel gezielt am Stand von AIESEC, wie sie sich für ein Praktikum bewerben können oder welche französischen Sprachkurse auf sie zugeschnitten sind. Visitenkarten werden ausgetauscht, Prospekte eingepackt, fotografiert, diskutiert.

An einigen Ständen kann man sehen, dass sich der Trend zum Online-Lernen auch hier in Nordafrika verstärkt hat. Der französische Anbieter „Voltaire“ ist seit einem Jahr auch in Tunis und bietet einen Online-Kurs an, mit dem man sein geschriebenes Französisch auf ein internationales Niveau heben kann. Das Programm ist von namhaften französischen Linguisten erdacht worden und läuft bis auf die Schlussprüfung ausschliesslich Online ab. Ein anderes Beispiel für die Verlagerung der Ausbildung ins Netz ist das Portal „Tounestaamal.com“. Tounestaamal ist eine multifunktionale Webplattform, die junge Menschen mit Coaches via Skype dabei berät ihren Karriereweg zu finden oder ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Der grosse Andrang an der 1. Messe für Sprache in Tunis zeigt, Sprachen und interkulturelle Kompetenzen sind auf dem Arbeitsmarkt wichtige Faktoren um konkurrenzfähig zu bleiben. Viele jungen Menschen habe das erkannt und wollen in ihre Sprachkompetenz investieren.

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