Bilanz mit Hilfe der Botschaft

Das ist mein letzter Eintrag auf diesem Blog. Ich konnte heute nochmals zu einem Hintergrundgespräch mit dem Schweizer Botschafter Pierre Combernous und mit Jonas Lötscher von der DCAF, beide in Tunis als Vertreter der Schweiz. Ich habe Interviews aufgenommen, zur politischen Lage und zur Sicherheitslage. Der nationale Dialog ist in der Nacht vom 4. auf 5. November suspendiert worden. Die politische Krise spitzt sich nochmals zu. Das Interview mit dem Schweizer Botschafter Pierre Combernous ist am 4. November Vormittags aufgenommen worden, bevor das bekannt wurde.

Ganz Tunesien wartet auf einen neuen Präsidenten, der das Land zu den nächsten Wahlen führen soll, und die seit Juli andauernde politische Krise beenden wird. Hausgemachter Terror schüttelt das Land, die Regierung der Islamisten scheint am Ende. Ein nationaler Dialog mit einem ehrgeizigen Zeitplan für eine neue Regierung, für die Fertigstellung der Verfassung und die nächsten Wahlen sollen das Land vorwärts bringen. Der Schweizer Botschafter Pierre Combernous hat Tunesien seit der Revolution miterlebt, die politischen Morde, die Massenproteste in der Bevölkerung, die jetzigen Versuche, die Krise zu beenden. Wie schätzt er den nationalen Dialog ein? Christina Omlin hat ihn befragt.

Beide Gespräche vermitteln einen guten Einblick, wieviel sich gerade verändert in Tunesien und wie die Schweiz das ebenfalls mit verfolgt und sich auf ihr Art mit indirekter Unterstützung daran beteiligt.

Mein Dank an alle, die mit ihren Gesprächen und Informationen mir erlaubt haben, diesen Blog zu füllen. Danke an die DEZA-Mitarbeiter, die mir geduldig ihre Transitions-Projekte erklärt und gezeigt haben. Danke ans MAZ, dass es mir diese Stage mit ermöglicht hat.

Es war eine unglaubliche Zeit, und ich möchte keinen Tag missen. Tunesien wird es schaffen. Inshallah.

Berater der tunesischen Regierung

Tunesiens Streitkräfte sind zur Zielscheibe von Terroristen geworden. Gleichzeitig sind so präsent auf Tunesiens Strassen und Städten wie seit der Revolution nicht mehr… Jonas Lötscher kennt die Streitkräfte in Tunesien, er berät seit drei Jahren die tunesische Regierung – u.a. im Auftrag der Schweiz. Sein Team versucht, die Kontrolle der Streitkräfte neu zu regeln und die Beziehung zwischen Streitkräften und Bevölkerung zu verbessern. Das Verhältnis ist aus der Ben Ali Diktatur angeschlagen, hat sich aber verändert seit die Polizei von Terroristen angegriffen wird. Die Bevölkerung hat sich an einer Demonstration sogar mit ihren ehemaligen Peinigern solidarisiert. So ganz der Dienstleister für die Öffentlichkeit ist die Polizei aber nicht, die Polizei verübt regelmässig Übergriffe auf Journalisten und es gibt Vorwürfe von Gewalt gegen Zivilisten in Untersuchungs-Haft.

Christina Omlin hat Jonas Lötscher zuerst zu seiner Einschätzung der tunesischen Sicherheitslage nach den jüngsten Terrorvorfällen gefragt.
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