Viele Reden, wenig Inhalt

Wahlkampf
NLD-Anhaenger

Wieso der Wahlkampf von Aung San Suu Kyis NLD demjenigen in der Schweiz ähnelt.

Aung San Suu Kyi ist weit weg. Sie wirbt im Norden des Landes um Stimmen. Und doch ist „The Lady“ an einer Wahlkampfveranstaltung im Zentrum Yangons allgegenwärtig. Die Redner posieren vor einem grossen Aung San Suu Kyi-Poster. Ihre Anhänger tragen Aung San Suu Kyi-Shirts. Am Strassenrand verkaufen Freiwillige Aung San Suu Kyi-Poster.

Die Nummer 2 der Partei, U Tin Oo, wird empfangen wie ein Popstar. Als er von der hinteren Seite der Bühne nach vorne läuft, bildet sich sofort eine Menschentraube um den 89-Jährigen. Die Menge unterbricht seine Rede mit Jubelstürmen. Der zweite Sprecher, Min Ko Naing von der 88 Generation, den Anführern der Studentenproteste 1988, posiert nach der Veranstaltung für Selfies.

Beide Politiker geben Allgemeinplätze von sich. Wer „Change“ wolle, müsse NLD wählen. Nur die Oppositionspartei werde das Land voranbringen. Worin denn genau der „Change“ bestehe, darüber sagten die Redner wenig. Dabei gäbe es genügend Punkte: Miserable Spitäler, ein veraltetes Schulsystem, Armut, religiöse Spannungen zwischen Buddhisten und Muslimen. Doch über die Probleme des Landes sprechen weder U Tin Oo noch Min Ko Naing. Ebenso schweigen sie über die Probleme zwischen NLD und Generation 88. Einige „88er“wollten für die NLD ins Parlament. Der Parteiausschuss lehnte das ab. Das sorgte für Ärger, einige Mitglieder der Generation 88 gingen auf die Strasse.

 

U Tin Oo
U Tin Oo

Im Wahlkampf geht es nicht darum, Argumente für Probleme zu diskutieren. Im Zentrum steht die Mobilisierung der Wähler. Genauso wie bei den letzten Wahlen in der Schweiz. Dazu passt, dass die NLD, wie die SVP, einen eigenen Song produziert hat. Im Vergleich zu „Welcome to SVP“ ist „Change“  allerdings eine akustische Wohltat.

 

 

 

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