The Ring II

Der Staub, der Lärm, der Dreck sind ohne Ende, statt Himmel nur der Smog, die Strasse – ohne Wende – führt nirgendwohin, nur rundherum, auf bröckelnden Geraden, ewig sich dahinziehend ihrem immergleichen Ziel entgegen: dem Stillstand, dem endlichen Stillstand, dem Ende des Wahnsinns, doch es kommt nicht, es kommt nie. Die Stadt ist umstellt, sie ergibt sich dem wälzenden Chaos, sie stöhnt und speit und kotzt ob der ständigen Vergewaltigung dieses würgenden Bandes, dessen Adern ihre historische Substanz überwuchern wie Flechten die sterbende Rinde eines alten Baumes.

Ich habe aufgehört zu schlucken. Längst spucke ich alle paar Meter, was der kratzende Rachen noch hergibt. Jeder Tropfen Wasser brennt bis tief hinunter. Knirschen zwischen den Zähnen, fauliger Abgasgeruch in der Nase, und noch immer brennt es tief in mir. Ich will nicht mehr trinken, will mich versiegeln, den sinnlichen Horror aus meinem Körper verbannen. “LET ME IN!”, brüllt und keucht und bellt es von allen Seiten. Ich starre auf den löchrigen Boden, schnelle Schritte. Und dann trifft mich die Wucht der Strasse. Ein Seitenspiegel, meine rechte Schulter. Ich falle, liege, warte. Die Kamera. Sie ist ganz. Kein Schmerz. Weiter. Weiter. Weiter links vielleicht. Im ausgetrockneten Abwassergraben nach Sitapaila, das Etappenziel. Tote Ratten, Plastik, tote Ratten, Plastik, und ein rostiger Motor. Ich hasse sie, diese Strasse.

Mehr Fotos von der 2. Ring Road Etappe auf www.insidenepal.ch

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