Todesurteil wird gefeiert

Das Kriegsverbrechertribunal zur Aufarbeitung des Bürgerkriegs von 1971 hat am Dienstag in Dhaka ein weiteres Todesurteil ausgesprochen. Es betrifft den Parlamentsabgeordneten Salah Uddin Kader Chowdhury. Er erhält die Höchststrafe für Völkermord, Folter und Entführung.

Das Kriegsverbrechertribunal wurde 2010 von der regierenden Awami League für die Strafverfolgung jener eingerichtet, die mit den pakistanischen Streitkräften im Unabhängigkeitskrieg kollaboriert haben sollen. Ihnen werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie Völkermord und massenhafte Vergewaltigung vorgeworfen.

In diesem Jahr waren bereits sechs Islamisten der Jamaat-e Islami zum Tode oder zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Mit Salah Uddin Kader Chowdhury wurde erstmals auch ein Angehöriger der nationalistischen Partei BNP, der führenden Oppositionspartei des Landes, verurteilt.

Nach früheren Urteilsverkündungen kam es in Dhaka immer wieder zu gewalttätigen Protesten. Am Dienstag blieb es ruhig. Amran und ich waren vor dem Gerichtsgebäude und auf der Strasse unterwegs und haben die Reaktionen eingefangen.  Wir durften sogar die Polizei begleiten, als sie ein Hotel kontrolliert hat, in dem scheinbar ein paar Oppositionelle absteigen sollten. Ich kam mir vor wie beim «zweiten Blick», ein Projekt, das wir im Rahmen unserer Ausbildung am MAZ zusammen mit der Kapo Bern realisiert haben.

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