Stage als Horizonterweiterung: Nicht weniger, dafür bessere Fragen

Bild an Bild reiht sich auf dem Telefon. Viele mehr haben sich in meine Erinnerung eingebrannt. Eine aufregende und lehrreiche Zeit ist zu Ende. Unvergesslich das Farbenspiel der Abenddämmerung. Im Gefühl bleibt jedoch die Morgendämmerung zurück. In Benin herrscht Aufbruchstimmung. Eigentlich in ganz Afrika. «Alle jagen einen Traum», hat Cristina Karrer, SRF-Korrespondentin für den Kontinent… Stage als Horizonterweiterung: Nicht weniger, dafür bessere Fragen weiterlesen

TV-Debüt zum Schluss und die letzte Ansprache

Zum Ende meines Aufenthalts in Lima nochmals rekapitulieren: Was war einfach, was schwierig? Was ist passiert und was bleibt hängen? Und schliesslich: Wo bin ich an Weihnachten und wie sage ich adiós? Jetzt gibt es keine Grenzen mehr. Meine letzte Woche bei La República ist angebrochen und ich soll nun in genau jenem Programm erscheinen,… TV-Debüt zum Schluss und die letzte Ansprache weiterlesen

Kriselnder Journalismus und motivierte Journalist:innen

Kündigungen passieren von heute auf morgen, Interviews beschmutzen den sonst schon schwierigen Stand des Journalismus in Peru und der Redaktion von La República wird jetzt mal ein Kränzchen gewunden. «Leute, ich habe gekündigt», sagt Dax. Sie ist auf unsere Seite der Tischreihe gekommen. Ich drehe mich um: «Was? Wann gehst du?» «Nächsten Montag.» So läuft… Kriselnder Journalismus und motivierte Journalist:innen weiterlesen

Benins Stabilität auf dem Prüfstand: Der gescheiterte Putsch und seine Folgen

Fast etwas zu beiläufig erfahre ich vom Putschversuch. Das Handy blinkt auf, darauf zwei Buchstaben: Cc. Ein Anstupsen per Coucou zur Erkundigung der Erreichbarkeit. Es ist morgens nach 9 Uhr, am Abend davor war meine Abschiedsfeier mit der Redaktion. Seit gut zwei Stunden sitze ich im Bus nach Cotonou, dem wirtschaftlichen Zentrum Benins. Dort befindet… Benins Stabilität auf dem Prüfstand: Der gescheiterte Putsch und seine Folgen weiterlesen

Gehen oder bleiben? Vielen Nepalis bleibt kaum eine Wahl 

„Es gibt so viele junge Menschen, die das Land verlassen, weil sie im Ausland mehr Möglichkeiten haben“, erzählt mir Riya. „Aber es ist wichtig, dass wir in unserem Land bleiben und unser Handwerk fördern.“ Die 22-Jährige hat das erste Töpferstudio in Kathmandu eröffnet. Und sie ist meine erste Interview-Partnerin für die Kathmandu Post. Ihr Traum… Gehen oder bleiben? Vielen Nepalis bleibt kaum eine Wahl  weiterlesen

Handyklaus, Gewalt an Frauen und die erste Reportage

In den grossen Städten Perus gibt es einige Regeln, die zu beachten sind: Dein Handy versenkst du – wenn immer möglich – so tief es nur geht in die Hose. Draussen bist du aufmerksam, hast alle Sinne aktiviert. Und du meldest dich, wenn du nachts zu Hause angekommen bist. «Dieses Viertel ist ziemlich hart, ich… Handyklaus, Gewalt an Frauen und die erste Reportage weiterlesen

Zwischen Tradition und Moderne: Der Kampf um Benins Zukunft

Eine Polizeipatrouille löst auf der Redaktion Nervosität aus. Die Ordnungshüter haben im Schatten eines Baums vor dem Radio geparkt. Während draussen die Nachmittagssonne unablässig vom Himmel herunterbrennt, wird drinnen hitzig diskutiert. Am selben Tag noch entscheidet das Verfassungsgericht über einen Rekurs der Opposition. Ihre Kandidaten wurden von der Wahlbehörde aus formellen Gründen nicht für die… Zwischen Tradition und Moderne: Der Kampf um Benins Zukunft weiterlesen

Kein Plan, kein Problem – zwischen Botschaft und Büro

Wenn du auf die Schweizer Botschaft in Lima eingeladen bist, aber die Ausrüstung fehlt. Wenn du mit der Arbeit starten solltest, aber niemand dich erwartet. Wenn es keinen fixen Plan gibt, dann ist genau das der Plan. Geniesse die Narrenfreiheit und sieh zu, dass du deine Crew findest. Was trägt man für Kleidung bei einem… Kein Plan, kein Problem – zwischen Botschaft und Büro weiterlesen

Redaktionsgebäude wurde abgebrannt: Homeoffice in Nepal

Keine Chance, hier zu arbeiten.

Geht es nach Nepal oder nicht? Lange ist nicht klar, ob ich meine Stage bei der Kathmandu Post werde antreten können. Mein Abflug ist für den 12. Oktober geplant – am 8. und 9. September gehen in Nepal massenhaft Menschen auf die Strasse. Überwiegend Junge protestieren gegen die korrupte Regierung und die schlechten Lebensbedingungen. Doch… Redaktionsgebäude wurde abgebrannt: Homeoffice in Nepal weiterlesen

Wo der Glaube trägt und die Politik scheitert

In einem Graffiti in Lima wird Ex-Präsidentin Dina Boluarte als Mörderin bezeichnet.

Eine Woche habe ich Zeit, um mich in Peru einzufinden. Das reicht gerade aus, um erste Befindlichkeiten der Bevölkerung abzuholen; um mir die lokale Berichterstattung zu den politischen Turbulenzen anzuschauen; um einmal auf knapp 5000 Metern über Meer zu sein und dabei auf die Koka-Pflanze zu vertrauen; um einen 16-stündigen Überlandbus zu geniessen und um… Wo der Glaube trägt und die Politik scheitert weiterlesen

Service Public par excellence – Radio im Auftrag der Gemeinschaft

Ein sonores Surren erfüllt den Raum. Dieses monotone Rauschen werde ich für immer mit Deeman Radio verbinden. Es stammt von einer alten Stereoanlage im schlicht eingerichteten Schnittraum, wo die Beiträge entstehen. Man gewöhnt sich schnell daran. Bald nimmt man es gar nicht mehr bewusst wahr. Genauso wie die Aufrufe zum Gebet des Muezzins in der… Service Public par excellence – Radio im Auftrag der Gemeinschaft weiterlesen

Den Blick hinter die Fassade wagen

Halb 10 Uhr abends und noch immer über 20 Grad. Eine Woche vor Beginn des Stages spuckt mich die Air-France-Maschine aus in die schwülwarme Septembernacht Cotonous, dem wirtschaftlichen Zentrum Benins. Nach 12 Stunden Reise ist Schlaf angesagt. Zunächst aber die Einreisekontrolle. Wer aus der Schweiz nach Benin einreisen will, braucht ein Visum. Das ist online… Den Blick hinter die Fassade wagen weiterlesen

„Of course, there is freedom of speech. But there is no freedom after speech”

Screenshot

Der wichtigste Mitarbeiter an meinem temporären Arbeitsort ist zwar nie im Büro, er hat aber trotzdem am meisten Einfluss. Sein eingerahmtes Porträt hängt gleich zweimal im Sitzungszimmer der Redaktion. Es ist Emmerson Mnangagwa, der Präsident von Simbabwe. Mein Praktikumsplatz ist bei den Zimpapers. Das staatliche Medienunternehmen gilt als Propagandatool der regierenden Partei ZANU-PF. Am ersten… „Of course, there is freedom of speech. But there is no freedom after speech” weiterlesen

Umwerfende Freundlichkeit, tiefe Schlaglöcher – Willkommen in Harare

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12 Minuten zeigt es mir an auf Google Maps. Der Fussweg von meiner Unterkunft zu meinem Praktikumsplatz. 12 Minuten sind locker machbar, denk ich mir, gehe knapp aus dem Haus und komme zu spät. Der Weg ist kurz, aber ein Spiessrutenlauf. Schlaglöcher, Linksverkehr, massenhaft Autos, die keinerlei Absichten hegen zu bremsen. Im besten Fall wird… Umwerfende Freundlichkeit, tiefe Schlaglöcher – Willkommen in Harare weiterlesen

25 Jahre Deeman Radio: Ein festlicher Abschluss

Meine letzten zwei Wochen in Benin waren – wie auch mein gesamter Aufenthalt – intensiv. Ich hatte das Glück, dass mein Stage bei Deeman Radio mit dem 25. Jubiläum des Kultur- und Lokalsenders zusammenfiel. Eine ganz neue Erfahrung für mich: Bei so einem Event war von Bescheidenheit keine Rede. Ganze sieben Tage lang feierte sich… 25 Jahre Deeman Radio: Ein festlicher Abschluss weiterlesen

Im Kampf gegen Sucht und Drogen in Myanmar

Myanmar hat ein Drogenproblem: Die steigende Produktion von Opium und Methamphetamin treibt viele in die Abhängigkeit. 24 Jahre ist es her, dass Pam Rogers nach Mae Sariang, Nordthailand, ausgewandert ist. Sie war endlich trocken, hatte ihre eigene Alkoholsucht hinter sich gelassen und sich zum Ziel gesetzt, anderen einen Weg aus der Sucht zu zeigen.  Ihre… Im Kampf gegen Sucht und Drogen in Myanmar weiterlesen

Beobachtungen aus der Online-Redaktion in Ghana: Journalismus mit wenig Ressourcen

Dutzende veröffentlichte Artikel, Anrufe ins Leere, aber auch viele spannende Interviews und Recherchen – Das ist meine Bilanz kurz vor der Heimreise. Ich habe in der brütenden Hitze einem Fussball-Scout über die Schultern geschaut (Sonnenbrand inklusive), mit einer Politikerin über die Hürden für Frauen in der Politik gesprochen oder mit einer lokalen NGO die Strassen… Beobachtungen aus der Online-Redaktion in Ghana: Journalismus mit wenig Ressourcen weiterlesen

Hallo, Myanmar!

Wie mich eine Recherche unverhofft doch noch nach Myanmar bringt. Zu einem Krankenhaus in Kayin-State. Mein Samstagmorgen beginnt damit, dass ich in ein Auto einsteigen soll und nicht weiss in welches. Manche stehen minutenlang am Strassenrand und lassen den Motor laufen. Das macht man hier so. Irgendwann lässt ein Mann die Autoscheibe seines PickUps herunter… Hallo, Myanmar! weiterlesen

Wahlen in Ghana: Ein Marathon für die Redaktion

Wahlen sind ein Pulsmesser für den Zustand eines Landes und seiner Bevölkerung. Für mich als Auslandredaktorin gehören sie zu den spannendsten Momenten. Ich liebe das Adrenalin, die Anspannung und die Höchstleistung, die man an solchen Tagen erlebt und erbringt. Nach einem 15-stündigen Marathon fühlt sich das Bett dann umso besser an. So war das «Superwahljahr»… Wahlen in Ghana: Ein Marathon für die Redaktion weiterlesen

Regionale Wahlen in Tansania: Mit dem Tuktuk zum Wahllokal

In der Schweiz arbeite ich für eine lokale Tageszeitungen. Wahlen und Abstimmungen auf Gemeindeebene sind wichtige Momente für eine Lokaljournalistin. Da geht es darum, die Resultate schnell zu verbreiten, Reaktionen einzuholen und zu kommentieren. Abstimmungssonntage sind lang und das Bier und die Pizza nach getaner Arbeit mit den Kollegen schmecken besonders gut. Entsprechend war ich… Regionale Wahlen in Tansania: Mit dem Tuktuk zum Wahllokal weiterlesen