Küsschen statt Händedruck: Meine ersten Wochen in Peru

«Bienvenidos a Peru». Mit diesen Begrüssungsworten von Verwandten erreiche ich die Hauptstadt Lima, zehn Tage vor Beginn meiner Arbeit bei der Tageszeitung «La República». Nachdem ich bereits im Juli mit einer ehemaligen Arbeitskollegin touristische Highlights wie den Machu Picchu erkundet, die Nazca-Linien bestaunt, den peruanischen Nationalfeiertag zelebriert und auf einer schwimmenden Schilfinsel bei den Urus,… Küsschen statt Händedruck: Meine ersten Wochen in Peru weiterlesen

Klimajournalismus in Afrika: Ausbildung, Herausforderungen und Lösungsansätze

Zeynab Wandati ist heute eine der bekanntesten Klimajournalist:innen in Kenia. Doch sie sagt: „Nach dem Journalismus-Studium konnte ich zwar etwas zur Dürre im Dorf schreiben. Aber eigentlich hatte ich keine Ahnung.“ Wandati und rund 50 andere Personen aus der afrikanischen Medienwelt diskutierten in Nairobi über die Klimakrise, und wie der Journalismus darauf reagieren soll. Organisiert… Klimajournalismus in Afrika: Ausbildung, Herausforderungen und Lösungsansätze weiterlesen

Catherine Wanjeri Kariuk: “Ich bin immer noch traumatisiert”

Die kenianische Journalistin Catherine Wanjeri Kariuk wurde am 16. Juli 2024 mit Gummigeschossen schwer verletzt. Sie berichtete über die Jugendproteste gegen die Regierung und war durch eine Warnweste klar als Journalistin erkennbar. Die Schüsse kamen aus einem Polizeiauto. Verschiedene Journalisten-Verbände verurteilen diesen Angriff auf die Pressefreiheit scharf. Die Journalistin, die für Kameme TV in Nakuru… Catherine Wanjeri Kariuk: “Ich bin immer noch traumatisiert” weiterlesen

Grosses Vertrauen in die Journalist:innen der kenianischen Medien

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In der kenianischen Stadt Nakuru hat die Polizei einen 19-Jährigen festgenommen, der vier Frauen umgebracht haben soll. Es gibt noch keine Verurteilung. Bewiesen ist nichts. Doch “The Standard”, die Zeitung, bei der ich arbeite, und andere lokalen Medien, veröffentlichen am Tag darauf ein Bild des Verdächtigen. Und seinen Namen.  Der junge Mann soll unter anderem… Grosses Vertrauen in die Journalist:innen der kenianischen Medien weiterlesen

Die Attacke von Banjska

Am 24. September ereignete sich in Banjska, im Norden von Kosovo, etwas Ungeheuerliches. Dreissig bewaffnete und maskierte Männer überfielen das Klosterdorf bei Mitrovica. Mit Lastwagen blockierten sie die Brücke, die das Dorf mit der Hauptstrasse verbindet. Mitten in der Nacht musste die kosovarische Polizei ausrücken. Die Angreifer lieferten sich stundenlange Gefechte mit der kosovarischen Spezialeinheit… Die Attacke von Banjska weiterlesen

Abschied von Kantipur

Von der Swayambhu Stupa aus, wo es von Affen wimmelt, sieht man über ganz Kathmandu.

Meine Chefin hat mir soeben auf Whatsapp geschrieben, dass sie es heute nicht mehr ins Büro schaffe und unsere wöchentliche Sitzung darum ausfalle. Grund dafür ist das Studium, das sie neben ihrem Job abschliesst. Jura und Wirtschaft, vermutlich eigentlich eine Vollzeit-Beschäftigung, genau wie ihre Arbeit. Ich bin daher erstaunt, als der Rest der Abteilung Culture… Abschied von Kantipur weiterlesen

Kwaheri Tansania

Sieben Wochen bin ich nun schon hier in Tansania, mein Stage ist leider fast vorbei. Es war eine lehrreiche Zeit, voller Eindrücke und Erfahrungen. Eine weitere Erkenntnis kam am letzten Samstagabend dazu: An tansanischen Hochzeiten wird sehr spät gegessen. Erst kurz nach zehn Uhr strömte die Festgesellschaft Richtung Buffet. Es war für mich ein freudiger… Kwaheri Tansania weiterlesen

«Obroni, you are invited»

Nie hätte ich gedacht, dass ich eines Tages auf einen anderen Namen als meinen eigenen hören werde. In Ghana hat sich dies aber schnell geändert. Anfangs hatte ich meinen Spitznamen «Obroni» noch ignoriert, weil ich schlichtweg nicht wusste, was es bedeutet, und dass ich damit gemeint bin. Nach zwei Wochen und der freundlichen Aufklärung durch… «Obroni, you are invited» weiterlesen

Ein Hauch von Bürokratie

Mit den tansanischen Behörden hatte ich bisher wenig zu tun. Meine erste Erfahrung war sehr erfreulich. Das Arbeitsvisum konnte ich bequem und unkompliziert aus meiner Schweizer Wohnung heraus über eine Website beantragen. Eine Woche später traf das Dokument in meinem E-Mail-Postfach ein. Meine zweite Erfahrung fiel etwas weniger positiv aus – ich erhielt eine kleine… Ein Hauch von Bürokratie weiterlesen

Meine tansanische Buchstabensuppe

Bislang habe ich mein Leben hier nur mit Buchstaben geschildert– nun werde ich die Lettern mit Fotos verknüpfen: Mit meiner Bilder-Buchstabensuppe picke ich wahllos Dinge heraus, die mir in meinem Alltag auffallen und ordne sie einem Buchstaben zu. Für den Beitrag liess ich mich von Konrad Stähelin inspirieren: Konrad hat während seines Stages 2019 mit… Meine tansanische Buchstabensuppe weiterlesen

Auf der Suche nach dem Underground

Underground, Overground, egal. Dem Publikum gefällts.

Abgesehen von Lieferanten für gute Musik und Konzerte sind Szenen abseits des Mainstreams meistens auch gute Seismographen dafür, was Subkultur und Jugend gerade politisch so bewegt. Gleich zu Beginn meines Aufenthalts in Nepal habe ich deshalb versucht, Zugang zu eben diesem Underground zu finden. Zunächst, indem ich eine der Mitbegründerinnen der hiesigen Punkszene und Betreiberin… Auf der Suche nach dem Underground weiterlesen

Nichts geht über Fussball in Ghana

Dass Fussball in Ghana die beliebteste Sportart ist, habe ich auf meinen unzähligen Joggingrunden gemerkt. Immer wieder kam ich an rege genutzten Fussballplätzen vorbei, häufig Sandplätze oder Wiesen, auf denen Menschen jeden Alters spielten. Wenn kein Platz zur Verfügung stand, spielten die Kinder auf der Strasse, manchmal reichte schon eine PET-Flasche als Ballersatz. Und wenn… Nichts geht über Fussball in Ghana weiterlesen

Mit der Mastercard zum Arzttermin

In der Praxis meiner Ärztin in der Schweiz werde ich in der Regel nach meiner Krankenkassenkarte gefragt. Bei meinem Spitalbesuch am letzten Sonntag interessierte sich das Personal für meine Mastercard. «Cash or Creditcard»?, fragte mich der Mann an der Rezeption. Ich zückte sie dreimal. Das erste Mal öffnete sie mir die Türe zum Termin mit… Mit der Mastercard zum Arzttermin weiterlesen

Mein Sieg am Accra Marathon

Sport gehört für mich zur Kultur eines Landes, genauso wie dessen Geschichte, Sprache, Essen oder Religion. Als sportbegeisterte Person möchte ich deshalb auch die Welt des Sports in Ghana erkunden. Da ich gerne selbst aktiv bin und grosse Ziele verfolge, habe ich mich bereits vor meiner Abreise nach Ghana für den Accra International Marathon angemeldet.… Mein Sieg am Accra Marathon weiterlesen

Vergangenheit und Sprache – eine persönliche Annäherung

Ich sehe Liqas Lächeln nur verschwommen. Sie hält mir ein Kärtchen vor. Kinder sind darauf abgebildet. Sie gehen in die Schule. „Madrasa“, erwidere ich. Und weil Liqa das Kärtchen weglegt, und ich ihr Lächeln nun klarer erkenne, merke ich, dass ich korrekt übersetzt habe. Für Liqa und mich ist dies bereits zum Ritual geworden. Bevor… Vergangenheit und Sprache – eine persönliche Annäherung weiterlesen

Salama Tansania

«Salama», «Sicher/Friedfertig», ertönt es in Tansania häufig als Antwort auf eine Begrüssung. Das Wort ist aber viel mehr als eine Grussformel, es steht für eine der grossen Qualitäten von Tansania. Das Land ist friedlich. Christen und Muslime leben weitgehend ohne Probleme miteinander, die Stimmung ist entspannt, obwohl viele Menschen ihre Herkunft auf eine bestimmte Volksgruppe… Salama Tansania weiterlesen

Handyfotos, Hautpflege und Helm

„Ich weiss nicht, wie ich dir das sagen soll, aber die Leute hier…“ Meine neue Chefin lächelt verlegen und druckst herum. Viele der anderen Mitarbeitenden seien nicht sonderlich an ihr interessiert, sagt sie schliesslich. Sie arbeite aber auch erst seit 11 Monaten hier, andere seit Jahren. Ich seit einer Stunde. „Sowieso sind die Nepales:innen eher… Handyfotos, Hautpflege und Helm weiterlesen

El Niño sagt Hallo

Blick in das sehr kleine Grossraumbüro bei The Chanzo.

Meine erste Bekanntschaft in Tansania machte ich mit einem anderen Ausländer, einem weitergereisten Knaben mit spanischem Namen: El Niño. Denn als unser Flugzeug auf dem Rollfeld aufsetzen wollte, peitschte Regen gegen das Fenster. Der Pilot drehte wegen des stürmischen Wetters eine Extrarunde. Regen begleitete mich auch die nächsten 96 Stunden in Daressalam. Und für diese… El Niño sagt Hallo weiterlesen

Als Fieldreporterin unterwegs in Ghana

«Thank you, this has been the most impressive and learnful experience with Pulse Ghana so far». Das waren meine Worte, die ich meinem Chef Kwame am letzten Montagabend nach meinem Fieldtrip in die überschwemmte Voltaregion geschrieben habe. Aber lasst mich von vorne beginnen. Was ich bei meiner Arbeit bei Pulse Ghana bis jetzt vermisst habe,… Als Fieldreporterin unterwegs in Ghana weiterlesen

The Good, the Bad and the Doubt

Auch am Samstagnachmittag spielen die Kinder mit der Schaukel. (Foto: Ayse Turcan)

Es ist halb sechs Uhr abends und in Kathmandu gehen die ersten Lichter an. Unter das Rauschen und Hupen der vorbeifahrenden Autos und Motorräder mischen sich Hundegebell, das Krähen von Vögeln und Kinderlachen.  Von meinem Balkon in dritten Stock sehe ich auf einen kleinen geteerten Sportplatz, auf dem fünf Jungs Basketball spielen. Rechts davon befindet… The Good, the Bad and the Doubt weiterlesen